Ausstellungsarchiv  

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Ausstellungen 2013: "Spektrum"

Spektrum

Wilfried Huy, Verena Landau, Markus Laube, Roland Meinel, Tobias Rost, Andreas Wendt

Ausstellung der Kustodie der Universität Leipzig mit Werken der künstlerischen Lehrkräfte des Instituts für Kunstpädagogik

Ausstellungen mit Werken künstlerischer Lehrkräfte, die an der Universität Leipzig tätig sind und somit am Institut für Kunstpädagogik unterrichten, haben bereits seit Gründung des Institutes 1952 ihre Tradition. Zuletzt wurde die Ausstellung "Octaeder" im April/Mai 1996 in der "Galerie im Hörsaalgebäude" gezeigt. Nach der Fertigstellung des Neuen Augusteums werden die künstlerischen Lehrkräfte erstmals ihre Arbeiten in der neuen Galerie der Kustodie vorstellen. Das gezeigte Spektrum umfasst Druckgrafik, Handzeichnung, Malerei, Papierobjekte, Fotografie, Plastik, Objektkunst und Grafikdesign. Die Gruppenausstellung mit ihren unterschiedlichen Positionen und Konzepten repräsentiert und verdeutlicht zugleich das künstlerische Gesamtklima der Ausbildungsstätte.

12. April bis 15. Juni 2013

Künstlergespräche/Führungen mittwochs um 15 Uhr 

Der Ausstellungskatalog ist erhältlich in der Galerie im Neuen Augusteum und über das Institut für Kunstpädagogik der Universität Leipzig.

Aus meiner Haut, 2010/11, Kautschuk, Holz, Federn, 180 × 130 × 70 cm

Tobias Rost

Er wolle seine Arbeiten als Beitrag in der Betrachtung und Wahrnehmung gesellschaftlicher Realitäten verstanden wissen, betont der Bildhauer Tobias Rost. Was die Auswahl seiner Materialien und Arbeitstechniken und die Entscheidung für bestimmmte Gestaltungsweisen betreffe, so sei er nicht festgelegt und folge seiner Lust. - So begegnen wir in seinem Schaffen Plastiken und Objekten ebenso wie Installationen und performativen Interventionen. Die Installation "Aus meiner Haut" kennzeichnet Rost als eine sehr persönliche Arbeit, "die mit einem großen Umbruch in meinem Leben zu tun hat, mit Veränderung, Verlust, Schuld, Angst, Befreiung, Authentizität und Scheitern, welches nie total ist". - Und es sei eine Wut über den angesagten und den zeitgenössischen Kunstbegriff mit dem bestimmenden britischen Künstler Damien Hirst.

Roland Meinel

Die künstlerische Heimat von Roland Meinel liegt im Bereich der abstrakten bzw. konkreten Kunst, wobei er sich im Grenzfeld von freiem und angewandtem bildnerischen Tun bewegt. Mit systematisch aufgebauten Bildordnungen und Zeichenstrukturen sowie mit ursprünglich wirkenden visuellen Formen strebt er universelle Gestaltungsentwürfe an. Die Themen kreisen um konstruktive, geometrische Aspekte von Formen und Formverbindungen. "Zusammenspiel und Abgrenzung, Konstruktion und Dekonstruktion, Regel und Zufall bestimmen meine Thematik", fasst er seine bildnerischen Problemstellungen zusammen. Die konzeptuelle Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Bild und Bildträger führte Meinel zur unauflöslichen Verbindung elementarer Zeichen und systematischer visueller Ordnungen mit dem Material Papier (gegossene und handgeschöpfe Papiere). Von diesen flächigen Arbeiten ist es ein Schritt zu dreidimensionalen Papierobjekten. So entstehen aus Fasermaterialien wie Hanf oder Kozo Objekte und Gefäße, wobei die Oberflächen unbehandelt bleiben oder mit Acrylaten versehen werden.

Elblandschaft, 2013, Radierung, 12,7 × 14,8 cm

Markus Laube

Im grafischen Schaffen von Markus Laube nimmt die bildnerische Verarbeitung konkreter Naturerlebnisse, im Wechsel von Jahreszeiten und Witterungsverhältnissen, eine herausragende Rolle ein. Die Elbauenlandschaften in der Nähe seiner Heimatstadt Schönebeck bei Magdeburg liefern hierfür einen Ausgangspunkt. Er bleibt dabei der Erscheinungsweise der Gegenstände verhaftet, verbindet das jedoch mit eigenständigen Interpretationen, ganz im Sinne eines "gestaltenden Naturstudiums". Die Verortung ist für den Betrachter am Ende kaum nachvollziehbar, es gibt keine spezifischen, wiedererkennbaren Ansichten, vielmehr sind die einzelnen Blätter aus verschiedenen Versatzstücken gebildet. Die Technik der Radierung bietet ihm vielfältigste Möglichkeiten auszuloten, "was er aus Linien alles machen kann". Der Betrachter soll sich in die unendlichen Weiten seiner zeitlos wirkenden Landschaftskonstellationen begeben und ein ungetrübtes Naturerlebnis nachvollziehen.

Verena Landau

Die Malerei von Verena Landau setzt sich mit dem Verhältnis von urbanem, sozialem Raum, Individuum und Gruppe und entsprechenden Grenzziehungen und -auflösungen auseinander. Es geht ihr um Räume, die sich durch Abwesenheit oder Anwesenheit des Sozialen kennzeichnen lassen. Die Beziehungen zwischen Individuum und Gruppe - ob in der Realität oder in gespielten Situationen, etwa im Film - sind ein damit verbundenes Problemfeld ihrer künstlerischen Forschung. Als scharfe und einfühlsame Beobachterin zeigt sie in ihren Gemälden größere und kleinere Menschengruppen, zufällig zustande gekommen, in Wartehallen von Flughäfen, in Museen oder anderen öffentlichen Räumen. Sie ist Außenstehende und als soziales Wesen zugleich selbst Teil der systematischen Zusammenhänge, die sie beobachtet: So gewinnt sie Innen- und Außensichten gleichermaßen und lässt uns daran teilhaben. Ihre kontemplative gegenständliche Malweise trägt dazu bei, dass sich die entstehenden Bildwelten von der Realität in einer Art unterscheiden, als würden wir sie in distanziert-beruhigtem Zustand von anderen Ebenen aus wahrnehmen.

Würfel, Blatt 1, 100 08|09 × 70 cm, Holzschnitt, 2013

Wilfried Huy

Ein Schwerpunkt des künstlerischen Schaffens von Wilfried Huy liegt auf einer Art erweitertem Naturstudium, das Zeichnen, Sehen und Fühlen mit Materialstudien verbindet. Das angestrebte Ziel besteht in der Auslösung von Prozessen der Selbsterkenntnis und -verwirklichung. Willkommen sind ihm dabei meditativ-bewusstseinserweiternde, aber auch seriell-variierende Verfahren als Mittel der Bildfindung. Für die gestalterische Umsetzung seiner künstlerischen Positionen eroberte er für sich u. a. auch die besonderen Möglichkeiten des Hochdrucks als spezielle Form der künstlerischen Bildproduktion. Die neu entstandene Druckserie "Würfel" ist als Referenz auf das Kollegium der künstlerischen Lehrkräfte am Institut zu verstehen. Die große gemeinsame Ausstellung 1996 trug den Titel "octaeder" (acht Flächen) mit Bezug auf die acht ausstellenden Künstlerinnen und Künstler; in der jetzigen Ausstellung sind es sechs. Ausgehend davon, dass der Würfel den Oktaeder umschließt und auch beinhaltet, wählte Huy den Würfel als Such- und Experimentierfeld.

Andreas Wendt

Als Grafik-Designer stellt Andreas Wendt seine künstlerische Kreativität ganz in den Dienst der Realisierung unterschiedlichster Gebrauchsanforderungen. Seine Formensprache zeichnet sich durch prägnante, klare, gleichsam auf den Punkt gebrachte Lösungen aus. Dabei wird die Typografie zu einem wesentlichen Element. Als Designer sind ihm die Mittel der Fotografie von Anfang an vertraut und eine wertvolle Hilfe bei der Umsetzung seiner gebrauchsgrafischen Bildideen. Fotografisch die Wirklichkeit zu erkunden - den späteren möglichen "Gebrauch" der Fotos dabei in Rechnung stellend -, das ist für Wendt quasi alltägliche Gepflogenheit. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass das Fotografieren und der Umgang mit den entstandenen Fotos für ihn alsbald auch einen Eigenwert bekam und er eine in hohem Maße konzeptuelle Fotokunst als individuelles Ausdrucksmittel entwickelte.


letzte Änderung: 27.08.2015 

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