Ausstellungen und Veranstaltungen  

Ausstellungen
und Veranstaltungen

Ausstellung 2020

Von der Schönheit und den Leiden der Pferde

Ausstellung der Universitätsbibliothek Leipzig und der Kustodie der Universität Leipzig in Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Fakultät

Bibliotheca Albertina und Galerie im Neuen Augusteum
Laufzeit ursprünglich 5. März bis 12. Juli 2020, Verlängerung bis 22. November/15. Dezember 2020 mit vorzeitigen Schließungen

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Ausstellung nur wenige Wochen gezeigt werden, daher haben wir digitale Angebote erarbeitet (Audiorundgang siehe unten).

Filmclip zur Ausstellung "Von der Schönheit und den Leiden der Pferde"

Weitere Informationen unter: uni-leipzig.de/+pferde

Die Publikation zur Ausstellung ist über den Verlag wbg Theiss zu beziehen. Einen Einblick in das Inhaltsverzeichnis und Geleitwort finden Sie hier.

Die Beziehung Mensch-Pferd und im Besonderen die Geschichte der sächsischen Veterinärmedizin behandelt eine Doppelausstellung, die ab März in der Bibliotheca Albertina und in der Galerie im Neuen Augusteum der Universität Leipzig gezeigt wird. An zwei Standorten wird mit wertvollen historischen Universitätsbeständen, pferdemedizinischen Büchern und Objekten, das Zusammenwirken von Forschung, Lehre und Sammlungen illustriert. In der Bibliotheca Albertina werden die meist aufwändig illustrierten Pferdebücher aus dem reichen Bestand der Universitätsbibliothek ausgestellt. Objekte aus den Sammlungen der Veterinärmedizin – Pferdemodelle, Präparate, Instrumente, handgezeichnete Lehrtafeln sowie Druckgraphik – zeigt die Galerie im Neuen Augusteum.

An der Ausstellung in der Galerie im Neuen Augusteum haben sich die Sammlungen der  veterinärmedizinischen Einrichtungen der Universität Leipzig beteiligt: Der Veterinär-Anatomischen Lehrsammlung, den Sammlungen des Instituts für Veterinär-Pathologie und der Hufbeschlagschule sowie der Veterinärmedizinhistorischen Sammlung. Auch wenn diese auf die historischen Strukturen des 19. Jahrhunderts zurückgehen, sind die meisten Exponate im 20. Jahrhundert entstanden. Schönheit und Leiden der Pferde bilden die beiden Pole der Ausstellung. Schönheit kommt in einer Reihe von eindrucksvollen Kupferstichen und Lithographien zum Ausdruck, die die Dresdner Veterinärbibliothek bereits in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erwarb. Hier spiegelt sich die Begeisterung der Zeitgenossen für edle Tiere und besondere Pferderassen wider, gleichzeitig sind genaue Kenntnisse der Pferdeanatomie ablesbar.

Muskelpferd, Gipsabguss nach Willy Zügel

Eine ganz eigene ästhetische Qualität besitzt der umfangreiche Bestand an handgezeichneten, mitunter monumentalen historischen Lehrtafeln. Diese Schaubilder, die über Generationen hinweg in der Lehre eingesetzt wurden, sind häufig von bestechender Präzision und illustrieren die Geschichte der jeweiligen Fachdisziplin. Sie zeugen nicht nur von den didaktischen Absichten der Professoren, sondern auch von der Kunstfertigkeit der Zeichner. Zu sehen sind unter anderem Tafeln zu Knochenbau, Nervensystem und Organen des Pferdes sowie zu mikroskopischen Befunden.

Die vielfältigen Leiden der Pferde werden in den ausgestellten Präparaten und Modellen, aber auch in einer Reihe von Objekten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs thematisiert. Neben einem vollständigen Pferdeskelett veranschaulichen besonders die Präparate tierischer Organe einzelne Krankheitsbilder. Die tierärztliche Behandlung von Krankheiten erfordert ein spezielles Instrumentarium, das in Vitrinen ausgestellt wird. Beispiele aus der Sammlung historischer Hufeisen zeigen hingegen, wie sich der Hufbeschlag der Pferde über Jahrhunderte verändert hat.

Audioguide zur Ausstellung

Zu der Ausstellung haben wir einen Audioguide-Rundgang erstellt. ExpertInnen der Kustodie und der Veterinärmedizin geben Erläuterungen zu ausgewählten Objekten. Die direkte Playlist auf Soundcloud können Sie HIER abrufen.

Begleitprogramm zur Ausstellung

Unbekanntes Terrain. Der Campus der Veterinärmedizinischen Fakultät

Prof. Dr. Thomas Topfstedt und Prof. Dr. Manfred Fürll

Donnerstag, 15. Oktober 2020 um 18 Uhr
Auditorium Maximum im Neuen Augusteum

Dargestellt wird die interessante Planungs- und Baugeschichte des noch heute ein weitgehend original erhalte­nes Gebäudeensemble bildenden Campus der Veterinärmedizinischen Fakultät, wobei der Bogen der Betrach­tung von den ersten, ab 1911 entwickelten Standort- und Baukonzepten bis in die Gegenwart gespannt wird. Gewürdigt werden insbesondere die architektonische Gestaltung und die großzügige Freiflächengestaltung der unter der Oberbauleitung des Architekten Josef Kramer 1916 bis 1923/24  errichteten Anlage.   
In den fast einhundert Jahren erlebte die Fakultät eine wechselvolle Geschichte. Schwierigen Konditionen nach dem Ersten Weltkrieg folgte der Schrecken des Zweiten Weltkrieges mit der mehrmaligen Bombardierung und großflächigen Zerstörung der Gebäude. Notdürftig wurde die Mehrzahl spä­ter wieder aufgebaut, litt aber bis in die 1980ger Jahre unter den Mangelbedingungen. Nach der Wende 1989 vollzog sich mit der grundlegenden Erneuerung der Altbauten sowie drei großzügigen Neubauten ein regelrechtes Wunder. Heute haben in dem schmucken Campus Studenten für die Lehre und Wissenschaftler für die Forschung sowie Behandlung optimale Bedingungen.


letzte Änderung: 07.12.2020