Die Kustodie Aufgaben  

Die Kustodie
Aufgaben

Bewahren

Konservierung und Restaurierung

Erst im Jahre 1972 wurde der vorhandene Kunstbesitz formell zur Sammlung vereint und der neu gegründeten Kustodie zur Verwaltung anvertraut. Diese ist seither auch für die konservatorischen Belange ihrer Inventarisierung, fachgerechten Aufbewahrung, Pflege und Präsentation sowie für die Betreuung eventuell notwendiger Restaurierungen zuständig. Das größte Vorhaben im Bereich Restaurierung stellt das Epitaph-Projekt dar, das die Konservierung und Wiederherstellung der notgeborgenen Epitaphien aus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Paul umfasst.

Im Jahr 2007 konnte erstmals eine Stelle für eine hausinterne Restauratorin im Fachbereich Gemälde/Skulptur realisiert werden. Im Zuge dessen wurde ein Restaurierungsatelier ausgestattet und eingerichtet, das aufgrund der zahlreichen Standorte der Kunstwerke immer ein Stück weit mobil bleiben muss.

Kolloquium zur Restaurierung der Epitaphien

Nur vier Sekunden dauerte die Sprengung der über 700 Jahre alten Universitätskirche St. Pauli in Leipzig am 30. Mai 1968. Der Großteil der darin enthaltenen Kunstwerke konnte in einer Notbergung vor der Zerstörung gerettet werden. Während einige der Kunstwerke, - zum Großteil Epitaphien -, bemerkenswert vollständig erhalten sind, ist es an anderen zu großen Verlusten gekommen. Seit Mitte 2014 erfolgt nun Stück für Stück die Montage der Epitaphien im neuerbauten Paulinum der Universität Leipzig, das im Hauptraum und in der Fassade architektonisch an die verlorene Kirche erinnert.
Im Mai 2009 beschäftigten wir uns beim gleichnamigen Kolloquium mit Fragen zur Ergänzung: In welchem Umfang sollen oder müssen verlorengegangene Teile von Kunstwerken aus ästhetischen oder statischen Gründen rekonstruiert und ergänzt werden? In welchen Fällen ist darauf ganz zu verzichten?

Das Folge-Kolloquium befasst sich nun mit Lösungsmöglichkeiten: In einem ersten Themenblock wird die Universität Leipzig mit den beteiligten Akteuren das Gesamtprojekt vorstellen, die Wiederaufstellung der geborgenen Epitaphien aus der 1968 gesprengten Universitätskirche St. Pauli.  Die Rekonstruktion oder Nicht-Rekonstruktion in den spezifischen Fällen wird präsentiert und kann im Original besichtigt werden.

Im Anschluss an diesen Vormittag mit dem Schwerpunkt Epitaphien werden die Restauratoren der anderen drei universitären Sammlungen (Museum für Musikinstrumente, Antikenmuseum, Ägyptisches Museum) über ihre Arbeit im genannten Themenfeld berichten.

Im dritten Themenblock stellen externe Referenten weitere Herangehensweisen zum Thema Ergänzung/Rekonstruktion/Nicht-Rekonstruktion in den Fachgebieten Gemälde-, Stein- und Skulpturrestaurierung vor. Eine große Bandbreite von Vorgehensweisen zur Frage der Rekonstruktion fehlender Bauteile und der Ergänzung von Fehlstellen an konkreten sowie fachübergreifenden Fallbeispielen wird aufgezeigt.

Zusätzlich werden verschiedene Führungen angeboten: der interessierte Teilnehmer hat die Möglichkeit einer Mitarbeiterin der Kustodie durch den gesamten Neubau unter dem Motto „Kunst am Campus“ zu folgen, oder dem leitenden Restaurator des Museums der bildenden Künste Leipzig zu Max Klingers Hauptwerk „Christus im Olymp“ im nicht weit entfernten Museum.

(Quelle: VdR)


letzte Änderung: 23.07.2019 

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