Die Sammlung  

Die Sammlung

Vermisste Objekte und Fragmente

Die Wirren der Jahrhunderte gingen auch an den Sammlungen nicht spurlos vorüber. Verluste verursachten insbesondere der Zweite Weltkrieg und vor allem die Zerstörung des Augusteums und der Universitätskirche St. Pauli durch das SED-Regime 1968. In beiden Fällen ist oftmals unklar, ob die Werke zerstört oder nur entfernt wurden. Zusätzlich zu den geretteten Kunstwerken, die sich heute in der Sammlung der Universität befinden, tauchen immer wieder Einzelstücke und Fragmente auf. Durch Veröffentlichungen in den Medien zur Restaurierung der Kunstwerke aus der Universitätskirche ist die Öffentlichkeit aufmerksam geworden, so dass immer wieder einzelne Fundstücke zurückgegeben wurden.

Wir publizieren hier eine Liste der vermissten Objekte, in der Hoffnung, dass diese fehlenden Stücke von engagierten Bürgern gerettet wurden und noch irgendwo erhalten sind. Vor allem bei den Epitaphien hoffen wir, dass Epitaphteile außerhalb des Bergungsgutes überliefert wurden.

Neben den Originalteilen interessieren in jedem Falle auch Aufnahmen aus dem Kirchenraum oder späteren Lagerungen, in denen die Epitaphien in ungewöhnlichen Perspektiven (Unteransichten, Seitenansichten und Teilaufnahmen) erscheinen, die für die maßgerechte Rekonstruktion verlorener Teile wichtig sein könnten.

Epitaph für Wilhelm von Ryssel

Caspar Friedrich Löbelt zugeschrieben
um 1715, Holz, vergoldet und teilweise farbig gefaßt

Vom Ryssel-Epitaph fehlen:

1. Gloriole mit Cherubimpaar 
2. Sarkophagschmuck
3. rechter Flügel des Saturn

 

Epitaph für Ferdinand August Hommel

Johann George Kraft (Bildhauer) und Elias Gottlob Haussmann (Maler) zugeschrieben, 1768, Skulptur: Holz, vergoldet und teilweise farbig gefaßt 
Gemälde: Öl/Leinwand 

Vom Hommel-Epitaph fehlen:

1. das gesamte tragende Gerüst in Form eines obeliskenartigen Gestells, an dem das weitgehend erhaltene Wappen und der schwebende Chronos mit dem bereits vor längerer Zeit restauriertem Gemälde aufgehängt waren
2. die sarkophagartige Tragkonsole für die Justitia mit dem lagernden Liktorenbündel
3. die schildförmige Inschriftkartusche
4. das Tuchgehänge mit dem Totenkopf

Das bereits in den 1950iger Jahren partiell abgbaute Epitaph ist in lediglich einer Aufnahme dokumentiert, deren Qualität für eine Rekonstruktion des Traggerüstes und die Maßbestimmung nicht ausreicht. Hier werden dringend Fotografien gesucht.

Epitaph für Benedikt Carpzov  und seine beiden Ehefrauen Regina, geb. Clausbruch und Catharina, geb. Burchard

1653, hölzerne Rahmenarchitektur, schwarz gefasst und vergoldet

Vom Carpzov-Epitaph fehlen:

1. das auf Kupfer gemalte Giebelporträt Benedict Carpzovs
2. der äußere Rahmenbogen des linken Porträts
3. die Konsolmaske des Giebels
4. die Wappenschilde der Engel

Carpzov-Portrait

Vom oben beschriebenen Epitaph Carpzov fehlt das zentrale Element, das Portrait des Erinnerten aus dem Giebelbereich. Es ist davon auszugehen, dass es noch existiert. Für eine Nachbildung ist die Qualität der Aufnahmen nicht ausreichend. 

Das Carpzov-Epitaph ist mit seinen verschiedenen Zuständen des Rahmens fototgrafisch relativ gut dokumentiert. Dabei sind zwei historische Zustände des Epitaphs (vor und nach dem Zweiten Weltkrieg) überliefert, die sich in Bezug auf die Anordnung der Engel und ihre Ausstattung mit Wappenschilden sowie die Ausstattung der Assistenzfiguren mit und ohne Attribute unterscheiden. Bei keiner der erhaltenen Fotografien sind die Gemälde in ausreichender Qualität erkennbar. 

Epitaph des Johannes Olearius und seiner Ehefrau Anna Elisabeth, geb. Müller  

Valentin Schwarzenberger (Bildhauer) und Christoph Spetner (Maler) zugeschrieben
um 1720, Gemälde: Öl /Kupfer, sonst Holz, geschnitzt, vergoldet

Vom Olearius-Epitaph fehlen:

1. das Oberteil des Sarkophags
2. der Putto mit der Tuchdrapierung auf dem Sarkophag
3. die Tuchgehänge und linkes Wappen
4. die Flügel der Fama links
5. die Flügel des oberen Engels
6. Posaune und Kelch der Glaubensallegorie rechts
7. die Strahlenbündel
8. Teile des Ölbaumes

Epitaph für Christian Lange 

um 1665, Gemälde: Hauptbild Öl/Leinwand, sonst Öl/Holz
Rahmenarchitektur: Holz, weiß und golden gefasst

Vom Lange-Epitaph fehlen:

1. der Architrav und Teile des Postaments
2. der rechte Gehängezapfen
3. das linke Kapitell

 

Epitaph Johann Jacob Pantzer

Caspar Sandtmann zugeschrieben, Porträts Christoph Spetner zugeschrieben, 1673, Sandstein, partiell vergoldet, Gemälde: Öl auf Kupfer

Der gesamte Epitaphrahmen einschließlich des ornamentalen Besatzwerkes und der Inschrift verblieb an der Wand. Es werden daher dringend weitere Aufnahmen gesucht, die eine maßgerechte Rekonstruktion ermöglichen.

Einzelne Dekorationselemente und zumindest Reste des Posaunenengels könnten außerhalb der offiziellen Bergungsmaßnahmen gerettet worden sein:
1. Posaunenengel
2. Rahmen der erhaltenen Porträts
3. die beiden Giebelurnen
4. das Totenkopfrelief von der Rückwand
5. die beiden Konsolmasken des Giebels
6. die beiden Konsolzapfen 

Epitaph des Hieronymus Cronmeyer (Kromayer) und seiner Ehefrau Anna Justina, geb. Schwendendörfer

Johann Jacob Löbelt zugeschrieben, um 1685, Alabaster, in den Architekturteilen schwarz eingefärbt

Das Epitaph ist in 2 Zuständen fotografisch dokumentiert:

a) Vor dem Zweiten Weltkrieg krönte den Giebel eine von kräftigem Akanthuswerk gefaßte Schriftkartusche mit dem Leichentext: "Ich war todt / und siehe, ich / bin lebendig, von Ewigkeit zu / Ewigkeit. APO. IT. V. 18.", auf der die Figur Christi als Weltenrichter stand.

b)  In der nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgten Aufstellung fehlt bereits die Schriftkartusche. Der Grund ist unbekannt.

c) Bei der 1970 erfolgten Inventur in den Lagern im Museumskomplex des heutigen Verwaltungsgerichts fehlten nur Kopf und rechte Hand („Arm“) des Weltenrichters.

Vom Epitaph Kronmeier fehlen:

1. Giebelkartusche
2. und 3. Kopf und rechte Hand des Weltenrichters
4. und 5. Köpfe der beiden weiblichen Giebelfiguren
Der Kopf der rechten Giebelfigur ist auch auf der Standortaufnahme von 1970 rechts hinter der Leiter erkennbar.
6. und 7. Köpfe der Maria Magdalena und des Fußträgers rechts aus dem Grablegungsrelief
8. rechter Teil der Relief-Grundplatte mit Torbogen und Girlandenstück

 

Epitaph des Dr. Michael Heinrich Horn 

Caspar Sandtmann zugeschrieben, 1685, Alabaster, teilweise schwarz gefasst

Von dem Epitaph wurden nur die figürlichen Elemente, die Urne vom Giebel sowie als Muster die Blumengirlanden der rechten Seite geborgen. Der gesamte Rahmen mit der Schrifttafel blieb an der Wand. Zur Rekonstruktion des Rahmenwerks und der fehlenden Zierelemente werden daher gute Fotografien gesucht.

Folgende Teile des Zierwerks könnten gerettet worden sein:

1. Rahmenfragmente (schwarz gefärbte Profilstücke und reliefierte Teile mit Tuchdraperie)
2. Stücke der weißen Zierleiste von der Inschrifttafel
3. Giebelurne: Sie war bei der Inventur 1970 noch vorhanden
4. Giebelkonsole
5. Schleifenwerk aus dem Giebel
6. kurze Blumengirlande der linken Seite
7. lange Blumengirlande der linken Seite
8. weiße Akanthus- und schwarze Rahmenkonsolen 


letzte Änderung: 23.07.2019 

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